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Hier finden Sie einen Beitrag der ZGM Inge und Willi Pulst zum Thema

"Enterocolitis" oder "mukoide Enteritis"

Es wird wohl schon jeder Züchter mit dieser Krankheit konfrontiert worden sein. Die wenigsten sprechen leider darüber. Warum, das wissen nur sie selbst.
Bei uns trat die Krankheit im Jahr 2000 zum ersten Mal auf. 18 Jungtiere mußten damals das Leben lassen. Danach hatten wir 7 Jahre Ruhe. Bis zum Zuchtjahr 2007:

Es war ein Wurf von 8 Jungtieren betroffen. Die Tiere wurden am 18.02.2007 geboren. Die Kennzeichnung erfolgte im Alter von 7 Wochen (09.04.2007). Nach der 8. Woche wurde die Häsin abgesetzt. Am 20.04.07 wurden die Jungtiere getrennt. Sie bewohnten bis dahin 3 Ställe mit Durchgang. Je 2 Tiere kamen zusammen in eine Bucht.Bis dahin fraßen alle Tiere gut. Die Näpfe mit Absetzfutter waren immer leer und der Rasen im Freigehege war wie rasiert.

Am 21.04.07 waren die Futternäpfe bei allen Tieren noch voll. Die Tiere fraßen und tranken nicht mehr und bekamen nach einigen Tagen alle einen dicken Bauch.
Ab dem 22.04.07 tränkten wir die Tiere morgens und abends mit je 2 ml Schafgarben-Tee. Dabei wurde leicht ihr Bauch massiert. Alle Trinkgefäße enthielten von da an Schafgarben-Tee zur freien Aufnahme. Die Tiere kamen zur besseren Beobachtung wieder jeden Tag auf die Wiese. Das Wetter war im April dazu ja bestens geeignet. Dazu kamen alle Tiere wieder zusammen. Nach 5 Tagen (28.04.07) stellten wir bei einigen Tieren wieder weichen Kot fest. Teils auch schleimig und wässrig.
Von diesem Tag an fütterten wir Absetzfutter, frische Schafgarbe, gekochte Kartoffeln mit Haferflocken, getrocknete Kräuter, Petersilie, Comfrey (Beinwell) und natürlich immer Heu.
1 Tier hat es nicht geschafft. Es starb am 29.05.07. Dieses Tier wurde nach Krefeld zur Untersuchung gebracht. Am 11.05.07 bestätigte der Befund unsere Vermutung: Bei der Erkrankung handelt es sich um das Krankheitsbild bei Kaninchen-Enterocolitis.Wie die Krankheit in unseren Stall kam, bleibt wohl immer ein Rätsel.

Schon seit Jahren füttern wir Schafgarbe, mit der eine größere Fläche unseres Gartens bepflanzt ist. Sie wird in der Literatur als regelrechte "Powerpflanze" beschrieben. In Österreich nennt man sie "Bauchwehkraut". Sie enthält Bitterstoffe, die besonders die Gallensekretion anregen, aber auch Leber, Magen und Bauchspeicheldrüse günstig beeinflussen. Schafgarbentee fördert so die Verdauung und durch die krampflösenden und entzündungshemmenden ätherischen Öle verschwinden Bauchschmerzen und Blähungen.

Wir dachten, was bei uns Menschen gut ist, kann für unsere Tiere nicht verkehrt sein. Es hat geholfen.

Vielleicht versucht Ihr es auch mal mit diesem Zaubertrank.

Eure Züchterfamilie Pulst

 

 

 

Schafgarbe:

Saatgut kann man meist im Landhandel (Raiffeisen-Märkte)beziehen.
Gegen Kostenerstattung versendet auch die ZGM Funke kleine Ableger aus dem eigenen Bestand, solange der Vorrat reicht. Wenn man die Blütendolden reifen läßt, sät sich die Pfanze bereitwillig aus.
Hat man keine Zeit, auf das Wachsen der Schafgarbe zu warten um die Pflanzenteile frisch zu verfüttern, so kann man in Reformhäusern oder Drogerien auch getrocknete Schafgarbe zur Tee-Zubereitung kaufen.

 

Weidenrinde:

ist ein weiteres sehr nützliches Naturprodukt, welches Acetylsalicilsäure (Wirkstoff der bekannten SPALT-Tablette) enthält. Diese wirkt schmerz-lindernd und fiebersenkend.
Junge Weidenzweige werden gern gefressen, selbst dann, wenn bereits aus Krankheits-gründen anderes Futter verschmäht wird.
Auch der Tee aus getrockneter Weidenrinde ist sehr zu empfehlen. Für getrocknete Weidenrinde gelten die gleichen Bezugsquellen wie bei der Schafgarbe.

Weißgrannenclub Rheinland
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